Hop & Top – so sprechen Sie Bewerber_innen richtig an!

anyMOTION Geschlechterspezifisches E-Recruiting - Frauen Fachkräfte Technik Industrie hochqualifiziert Stellenanzeigen Digitalagentur Düsseldorf

Die Frauenquote in Unternehmen gehört zu den viel diskutierten Themen in unserem Land. Dabei beschränkt sich der geringe Frauenanteil nicht nur auf Managementpositionen – auch im Fachkräftebereich beklagen viele Unternehmen zu wenige Bewerberinnen. Diesen Mangel stellen wir auch in unserem technischen Bereich fest: Bei 400 Bewerbungen liegt die Frauenquote bei gerade mal 0,5%! Woran liegt das?
Frauen sind heute genauso gut ausgebildet wie Männer, die Anzahl der Absolventinnen technischer Studiengänge steigt stetig, doch scheinbar gelingt es uns nicht, Frauen im Online-Recruiting richtig anzusprechen. Worauf legen Männer und Frauen in Stellenausschreibungen also wert? Fühlen sich weibliche Absolventinnen von technischen Hochschulen vielleicht von anderen Komponenten in Stellenausschreibungen angesprochen als männliche Absolventen? Das wollten wir herausfinden!

Marktforschung geht dem Problem auf den Grund

Im Rahmen unserer Zusammenarbeit mit der FONTYS International Business School haben sich fünf Studierende mit dem Thema beschäftigt. Ziel war es, mithilfe der durchgeführten Marktforschung einen Einblick zu bekommen, wie Stellenausschreibungen aussehen müssen, damit sich Absolventinnen stärker angesprochen fühlen und die Quote an weiblichen Bewerbern steigt. Die studentischen Marktforscher befragten 400 männliche und weibliche HochschulabsolventInnen, auf welchen Portalen sie nach Jobs suchen, wie sie verschiedene Versprechungen seitens des Unternehmens bewerten und wie sie gewünschte Qualifikationen bei sich selbst einschätzen. Außerdem interessierte uns, ob sie sich bewerben würden, wenn eine, zwei oder mehrere der Qualifikationen nicht auf sie zutreffen. Ob die gestalterische Ansprache ebenfalls eine Rolle spielt, wurde mit drei farblich unterschiedlich gestalteten Stellenanzeigen untersucht. Zuletzt konnte in offenen Fragen beschrieben werden, welche Aspekte Arbeitgeber und Stellenausschreibungen inhaltlich sowie textlich besonders attraktiv machen.

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E-Recruiting oder Online First

Die Ergebnisse der Marktforschung zeigten interessante Tendenzen auf. Zunächst einmal wurde deutlich, dass die digitalen Kanäle für die jungen Bewerber gleichermaßen an erster Stelle stehen: Auf Online-Jobbörsen und Unternehmens-Websites suchen sie nach offenen Stellen und informieren sich über das Unternehmen. Berufliche Netzwerke wie xing oder LinkedIn nutzen 40% der Bewerber, Tageszeitungen (23,5%) und Karrieremessen (22,4%) werden hingegen weniger genutzt.
In der Frage nach der Ansprache ergab sich bei beiden Geschlechtern eine leichte Tendenz zum „Du“. 54% der Männer und 56% der Frauen finden die persönliche Ansprache per Du besser.
Kreativität vs. Innovation
Erste deutliche Unterschiede wurden bei den Versprechungen der Unternehmen zu Tätigkeit und Arbeitsumfeld deutlich. Hier haben einige Formulierungen einen deutlichen Einfluss auf die Wahrnehmung der beschriebenen Stellen.
Frauen fühlen sich im Vergleich häufiger von kreativen Projekten angesprochen, während Männer eher anspruchsvolle Projekte sowie Innovation und Professionalität als positiv empfinden. Wenn es um die Bezahlung geht, sprechen Männer stärker auf „überdurchschnittliche Konditionen“ an. Eine leistungsorientierte Bezahlung bewerteten beide Geschlechter negativ.
Die Versprechen „Herausfordernde Projekte“, „Angenehmes Arbeitsumfeld“ und „Attraktive Konditionen“ zeigten keine signifikanten Unterschiede.

Frauen sind strukturiert und organisiert

Ein weiterer wichtiger Aspekt in Stellenausschreibungen sind die persönlichen Qualifikationen, die sich Unternehmen bei ihren potentiellen Mitarbeitern wünschen. Im Fragebogen wurden typische Qualifikationen, wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Strukturierte und organisierte Arbeitsweise, Eigeninitiative, Belastbarkeit und Kreativität abgefragt:

Frauen gaben dabei mit 80% an, eine strukturierte und organisierte Arbeitsweise an den Tag zu legen und schätzen ihre Arbeitsmotivation etwas höher ein als die Männer. Diese zeigten sich bei Struktur und Organisation mit 64% etwas zurückhaltender, sind aber scheinbar spontaner – hier stimmen 72% voll zu, Frauen waren eher neutral. Belastbar sind grundsätzlich beide Geschlechter, allerdings stimmten 24% der Männer diesem Attribut explizit voll zu, während es bei den Frauen nur 8% waren. Alle anderen Attribute zeigten keine grundlegenden Unterschiede.

Bewerbe ich mich – bewerbe ich mich nicht?

Wenn es nun an die Entscheidung geht, ob jemand eine Bewerbung schlussendlich abschickt oder nicht, ist häufig die Selbsteinschätzung ausschlaggebend. Hier zeigte sich ein klares Bild: Wenn lediglich eine Qualifikation nicht gegeben ist, würden sich beide Geschlechter dennoch bewerben. Sobald aber zwei oder mehr Qualifikationen nicht erfüllt werden, zeigen sich Frauen zurückhaltender: 72% würden sich nicht mehr bewerben, wohingegen sich 54% der männlichen Probanden durchaus trotzdem bewerben wollten. Hier könnten die Frauen ruhig mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen.

Farbgestaltung und Aufbau

Spielt die Farbe einer Stellenanzeige wirklich eine Rolle? Ja! 46% der Frauen fühlten sich tatsächlich von der pinken Anzeige stärker angesprochen (gelb und blau 26%), 76% der Männer mochten die blaue Anzeige (gelb und pink 12%).
In den offenen Fragen zum Ende konnten die TeilnehmerInnen ein allgemeines Feedback geben. Frauen empfinden zu viele Anforderungen in Stellenausschreibungen als negativ, was die Ergebnisse der Frage nach einer Bewerbung unterstützt. Bei zu vielen Anforderungen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen bei mehreren Attributen das Gefühl haben, diese nicht abdecken zu können und bewerben sich womöglich nicht. Beide Gruppen finden eine farbliche Gestaltung im Layout zur Unterstützung der Übersichtlichkeit sinnvoll und zu viel Text schreckt beide Gruppen gleichermaßen ab. Hier gilt eher: Fass dich kurz. Prägnant formulierte Anzeigen finden großen Anklang

Fazit

Ja, Männer und Frauen ticken anders… Das zeigt diese sehr aufschlussreiche Arbeit der Fontys.. Sie hat deutlich gemacht, dass weibliche und männliche Bewerber inhaltlich andere Schwerpunkte setzen und dass es auch in der Selbsteinschätzung und der daraus resultierenden Bewerbungs-Wahrscheinlichkeit teils markante Unterschiede gibt.
Wenn Sie die Bewerbungsquote für Ihr Unternehmen steigern wollen oder gar über die Integration einer eigenen E-Recruiting-Plattform nachdenken, kommen Sie gerne auf uns zu. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage.