Postbank aktuell: Gierige sollen sich reich sparen

Fast alles, was man in diesen Tagen über die Deutsche Post hört und liest, steht im Zusammenhang mit der Lichtensteiner Steueraffäre des Ex-Vorstandsvorsitzenden Dr. Zumwinkel. Angesichts der Brisanz und der Details dieses Falles wirkt die aktuelle Produkt-Kampagne der Postbank geradezu grotesk:

Auf City-Light-Plakaten kann man lesen: „Für Zinshungrige. Bis zu 4,25%. Deutschland spart sich reich“. Um den vermeindlichen Hunger (sprich Gier) darzustellen, den dieses Angebot auslösen soll, wird so getan, als habe jemand Stücke aus dem Plakat herausgebissen. Im Kleingedruckten erfährt man einige Details: Die 4,25% gelten für Guthaben ab 50.000 Euro bis maximal 500.000 Euro (!). Schaut man dann bei der Homepage der Postbank nach (auf der Dr. Zumwinkel noch im Impressum steht), erfährt man weitere Details und kann natürlich direkt Online das Geschäft abschließen.

Das Angebot an sich ist bestimmt attraktiv, bekommt aber leider durch die aktuelle Entwicklung einen seltsamen Beigeschmack. Denn nicht nur Zyniker könnten jetzt denken: „Hätte Dr. Zumwinkel doch lieber seinen eigenen Produkten und nicht einer Bank in Lichtenstein vertraut“. Aber dann wird der Zyniker sich erinnern, dass das „Quartal-Sparen“ nur für Guthaben bis zu einer halben Millionen Euro gilt und deshalb für der Post-Chef nicht in Frage kam. Das dieser in einer zum Zeitpunkt seiner Enttarnung erscheinenden Mitarbeiter-Zeitung unter der Überschrift „Führungskräfte sind Vorbilder“ über die Qualitäten von Managern schreibt, macht das Ganze nicht weniger absurd.